Maulwurf im Garten – Umgang mit dem geschützten Nützling
Der Maulwurf ist für viele Gartenbesitzer ein Ärgernis, wenn seine charakteristischen Erdhügel die Rasenfläche durchziehen und das Mähen erschweren. Die kleinen Säugetiere sind jedoch streng geschützt und dürfen weder gefangen, verletzt noch getötet werden. Sie spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem des Gartenbodens, da sie Schädlinge wie Engerlinge und Schnecken in großer Zahl vertilgen. Ein sachlicher Umgang mit dem Maulwurf verbindet Rasenpflege mit Naturschutz und spart gleichzeitig Ärger mit dem Gesetzgeber.
Der Maulwurf als natürlicher Bodenverbesserer
Ein Maulwurf gräbt täglich bis zu 20 Meter neue Gänge und lockert dabei den Boden in einer Tiefe von 10 bis 30 Zentimetern auf natürliche Weise. Diese biologische Bodenbelüftung verbessert die Drainage, fördert das Wurzelwachstum der Gräser und bringt nährstoffreiche Erde aus tieferen Schichten an die Oberfläche. Die aufgeworfene Erde ist fein krümelig, nährstoffreich und frei von Unkrautsamen, weshalb sie sich hervorragend als Anzuchterde oder zum Auffüllen von Rasenlücken eignet. Was auf den ersten Blick als Schaden durch den Maulwurf erscheint, kann bei genauerer Betrachtung als kostenloser Bodenservice gewertet werden.
Maulwurfshügel schonend beseitigen und nutzen
Die Erdhügel lassen sich mit einer Schaufel oder einem Rechen einfach verteilen und einebnen. Die feine Erde wird gleichmäßig auf der umliegenden Rasenfläche verteilt und dient dort als natürliches Topdressing, das die Bodenstruktur verbessert. Bei größeren Hügeln empfiehlt es sich, die überschüssige Erde abzutragen und für Blumenbeete, Hochbeete oder andere Gartenbereiche zu nutzen. Das Einebnen sollte regelmäßig erfolgen, damit die Gräser unter den Hügeln nicht ersticken und sich die Fläche schnell erholt.
Sanfte Vergrämung statt Bekämpfung
Da der Maulwurf unter strengem Artenschutz nach dem Bundesnaturschutzgesetz steht, sind ausschließlich Vergrämungsmaßnahmen erlaubt. Vibrationen und Geräusche können die empfindlichen Tiere dazu bewegen, ihr Revier in weniger gepflegte Gartenbereiche zu verlagern. Im Handel erhältliche Schallgeräte senden regelmäßige Vibrationen in den Boden und stören das Tier bei der Jagd nach Insekten und Würmern. Die Wirksamkeit variiert jedoch stark und lässt bei manchen Tieren nach einigen Wochen nach, wenn sie sich an die Störung gewöhnen.
Pflanzliche Vergrämungsmittel wie Knoblauch, Holunderblätter oder ätherische Öle werden in die Gangöffnungen eingebracht und sollen den empfindlichen Geruchssinn des Maulwurfs stören. Auch Buttermilch oder saure Molke, in die Gänge gegossen, kann eine gewisse abschreckende Wirkung entfalten. Diese Hausmittel sind völlig unbedenklich für das Tier und den Boden, müssen aber regelmäßig alle zwei bis drei Wochen erneuert werden, da der Geruch verfliegt und das Tier neue Gänge um die störenden Stellen herum anlegen kann.
Unterirdische Sperren als bauliche Schutzmaßnahme
Für besonders empfindliche Rasenflächen bietet ein horizontales Schutzgitter unter der Grasnarbe eine dauerhafte und zuverlässige Lösung. Ein engmaschiges Drahtgitter aus verzinktem Stahl wird in einer Tiefe von fünf bis zehn Zentimetern verlegt und verhindert, dass aufgeworfene Erde die Oberfläche erreicht. Diese Methode ist aufwendig, aber bei Neuanlage eines Rasens gut umsetzbar und hält mehrere Jahrzehnte. Bei bestehenden Flächen ist eine nachträgliche Verlegung kaum praktikabel.
Eine Alternative sind vertikale Barrieren aus engmaschigem Draht oder speziellen Kunststoffplatten, die mindestens 60 Zentimeter tief in den Boden eingelassen werden. Diese Sperren eignen sich besonders, um einzelne Bereiche wie Zierrasenflächen oder wertvolle Beete vor dem Eindringen des Tieres zu schützen. Die Kosten für Material und Einbau sind überschaubar, und die Wirkung ist dauerhaft, sofern das Gitter nicht durch Korrosion beschädigt wird.
Der Maulwurf ist trotz der unschönen Hügel ein wertvoller Helfer im Garten, der Schädlinge dezimiert und den Boden auf natürliche Weise verbessert. Seine Grabetätigkeit lockert die Erde, beseitigt schädliche Larven und fördert die biologische Aktivität im Erdreich. Wer die aufgeworfene Erde sinnvoll nutzt und bei Bedarf sanfte Vergrämungsmethoden einsetzt, findet einen pragmatischen Umgang mit diesem geschützten Mitbewohner, ohne gegen geltendes Recht zu verstoßen.